Thema
Worum es geht
Asymmetrie gehört zu menschlichen Beziehungen. Menschen begegnen einander nie vollständig unter gleichen Voraussetzungen: Sie verfügen über unterschiedliche Macht, Abhängigkeiten, Ressourcen, Verletzlichkeiten und Möglichkeiten, sich zu schützen oder Gehör zu verschaffen. Eine Kränkung oder Verletzung ebenso wie Anerkennung oder Dankbarkeit kann eine bereits bestehende Asymmetrie verschärfen oder sichtbar machen. Der Wunsch Asymmetrien zu beseitigen ist allzumenschlich, aber die Frage, die aktuell drängender scheint: Wie können wir mit ihnen umgehen? Wie steht es gegenwärtig um die Fähigkeiten Ungleichheit, Ambivalenz und nicht vollständig auflösbare Schuldverhältnisse auszuhalten?
Wir beobachten gerade dort, wo der Wunsch nach eindeutigen Hierarchien und Täter- und Opferpositionen besonders stark wird, sich auch die Schwierigkeit zeigt, mit diesen Uneindeutigkeiten umzugehen.
Zugleich ist festzuhalten: dort wo eine konkrete Verletzung stattgefunden hat, entsteht eine besondere Bindung. Die Tat lässt sich nicht rückgängig machen. Nach einer Verletzung bleibt häufig eine Lücke zurück: Vertrauen, Sicherheit, körperliche Unversehrtheit, eine Beziehung oder sogar ein Mensch können verloren gegangen sein. Diese Lücke lässt sich nicht mit dem ursprünglichen Zustand füllen. Was kann an ihre Stelle treten?
BIRD Dialog öffnet am 27. und 28.11.2026 wieder gruppenanalytische Räume, in denen Verunsicherungen und Ängste zur Sprache gebracht werden können. Diesmal mit dem Titel: Verachtung – Verzeihung – Inside the gap.
Was nehmen Teilnehmende mit?
Für alle Interessierten und insbesondere für Menschen in helfenden, sozialen und medizinischen Arbeitsfeldern bietet BIRD Dialog eine theorie- und erfahrungsgeleitete Veranstaltung zur Reflexion der eigenen privaten und professionellen Rolle.
Die Veranstaltung möchte Räume für kontroverse, differente Perspektiven eröffnen, um einen gemeinsamen Umgang mit Enttäuschungen, Verletzungen und Unsicherheiten ohne einen Zwang zu Konsens zu ermöglichen und damit konflikthafte oder sprachlose Situationen verstehbar zu machen.
Dafür nutzen wir verschiedene dialogische und gruppenanalytische Formate. Teilnehmende sind ausdrücklich eingeladen, eigene Themen und Erfahrungen einzubringen.